Ja, aber … oder Ja, und?
Man sagt: Nach einem „aber“ kannst du alles davor vergessen.
Und ehrlich gesagt: Da ist etwas dran.
„Du hast einen guten Punkt, aber …“
In dem Moment passiert etwas Interessantes. Das Wort aber wirkt wie ein Radiergummi. Es löscht nicht wirklich das Gesagte – aber emotional fühlt es sich oft so an.
Deshalb streiche ich das Wort aber immer öfter aus meinen Gesprächen.
Nicht komplett. Nur dann, wenn ich Verbindung statt Widerstand schaffen möchte.
Warum?
Stell dir vor, du bist in einer hitzigen Diskussion.
Dein Gegenüber argumentiert stark. Du hörst zu. Du verstehst den Punkt.
Und dann antwortest du:
„Ja, aber …“
Was passiert?
Dein Gegenüber hört plötzlich nicht mehr deine Idee. Er hört Ablehnung.
Das Gespräch wird zu einem Tauziehen.
Jetzt dieselbe Situation – mit einer kleinen Veränderung:
„Ja, und …“
Plötzlich verändert sich die Dynamik.
Du widersprichst nicht sofort. Du erkennst zuerst an, was gesagt wurde — und fügst etwas hinzu.
Nicht:
„Du liegst falsch.“
Sondern:
„Ich sehe deinen Punkt — und hier ist noch eine Perspektive.“
Das ist kein Trick.
Das ist Kommunikation.
„Ja, und“ bedeutet nicht Zustimmung zu allem.
Es bedeutet: Ich nehme auf, was du sagst, und baue darauf auf.
Genau deshalb funktioniert dieses Prinzip nicht nur auf Bühnen oder im Improvisationstheater — sondern in Meetings, Beziehungen und Diskussionen.
Ein kleines Wort.
Ein großer Unterschied.
Probier es heute aus.
Ersetze nur einmal ein „Ja, aber …“ durch ein „Ja, und …“
Und beobachte, wie sich das Gespräch verändert.